LOL – ja, das ist ein Film – französisch, wild, authentisch und sehr unterhaltsam.
Posted by | Tanja | Posted on | April 22, 2012 | Keine Kommentare
Ich bin ja schon ein Fan von Filmen, die nicht in der Traumfabrik Hollywood gedreht werden. Ich kann Filmen aus Frankreich, Italien, Spanien – aber auch anderen europäischen Ländern – sehr viel abgewinnen. Sie sind meistens nicht so glatt und vorhersehbar, sind unterhaltsam, haben auch manchmal Tiefgang und sie zeigen nicht selten Geschichten aus dem Leben. Aber ich mag auch amerikanische Filme, die im Süden Europas spielen und das Leben dort halbwegs authentisch darstellen.
Sonntag ist mein Movie-Tag. Insbesondere dann, wenn das Wetter ist wie es ist und ich es vorziehe alleine oder zu zweit oder mit mehreren auf der Couch zu lümmeln und einen Film anzusehen.
Heute gab es mal wieder französische Kost. LOL (Laughing Out Loud). In einer der Hauptrollen die wunderbare Sophie Marceau, die wirklich grandios spielt. Witzigerweise hat mich der Film an “La Boum” erinnert. Ein Film, der damals als ich 10 war, ganz bekannt war. Jeder hörte nur noch den Song “Reality” von Richard Sanderson und konnte die Sorgen und Probleme der jungen Franzosen sehr gut nachvollziehen.
Aber zurück zu LOL. Ohne eine Rezension oder eine Inhaltsangabe gelesen zu haben, hier meine kurze Zusammenfassung. LOL ist zwar die Abkürzung für “Laughing out loud”, aber es steht auch für die Hauptdarstellerin Lola, die von ihren Freunden Lol genannt wird. Lol ist die Tochter von Sophie Marceau. Sie hat noch zwei Geschwister und ihre Eltern haben sich scheiden lassen. Sophie Marceau spielt eine klasse Mutter, die sich sehr um ihre Tochter kümmert. Für meine Begriffe ist sie eine sehr lustige und aufgeschlossene Mutter, die es nur manchmal nicht begreift, dass ihre Tochter ihr eigenes Leben hat und – ja klar – auch erwachsen wird und ihre Erfahrungen sammelt.
Lola ist in einer Clique von gleichaltrigen Schulkameraden, in der jeder irgendwie mit jedem und doch nicht. Anfangs wusste ich nicht so richtig, wer wer ist und wer mit wem zusammen ist. Aber ich glaube, das sollte so sein, denn das wussten die “Rollen” selbst manchmal nicht genau.
Jedenfalls sieht man das Treiben der Teenager und parallel immer dazu das Leben der Mutter – aber auch das der anderen Eltern. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, aber das steht nicht im Vordergrund. Es ist kein Problemfilm. Der Film reißt Themen an, bleibt aber weit genug davon entfernt, so dass es nicht nervig wird. Im Mittelpunkt stehen viel mehr die zwischenmenschlichen Dinge, die – wie ich finde – auf sehr humorvolle Weise dargestellt werden. Keine unnötig in die Länge gezogenen Dramen oder Heulszenen, es geht immer weiter und es gibt immer wieder einen Lacher.
Der Film spielt in Paris und obwohl ich nicht wirklich ein Paris-Fan bin, macht das gar nichts. Im Gegenteil, ich glaube, die Stadt tut dem Film richtig gut und er versucht auch nicht, Paris und seine Wahrzeichen ständig in den Vordergrund zu stellen. Der Film könnte auch in einer anderen französischen Stadt spielen.
Ich hatte 107 tolle und unterhaltsame Minuten und die Musik untermalte alle wichtigen Stellen sehr gut. Die Songs der Band, die auch im Film eine Rolle spielt, sind auch gleichzeitig die Filmmusik und ich muss sagen, sehr cool. Jérémy Kapone oder auch bekannt als Jean-Philippe Verdin spielt Maël, den Freund von Lola. Er ist nicht nur Schauspieler, sondern auch Sänger im “echten” Leben. Er performte die Songs also tatsächlich im Film. Wirklich coole Sache.
Ich wurde entführt, konnte mich einlassen und genießen. Und das ist doch das Wichtigste, wenn man sich einen Film ansieht. Seht euch den Trailer an und wenn es passt, dann passt es. Viel Spaß.
So, und wer jetzt noch mag, schaut sich den französischen Trailer untermalt mit “Somewhere only we know” von Keane an. Länger, schöner, besser. Hach ja, auch wenn ich nicht wirklich alles verstehe, es klingt schon gut
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