„Bester Beweis einer guten Erziehung ist die Pünktlichkeit.“ (Gotthold Ephraim Lessing)
Posted by | Tanja | Posted on | Juni 10, 2012 | Keine Kommentare
Dem hinzuzufügen wäre noch “Verbindlichkeit” und “Verlässlichkeit”.
Wie oft hast du das schon gehört? “Ich bin halt so, ich kann doch auch nichts dafür.” Sorry, aber schon beim Schreiben stellen sich mir die Nackenhaare hoch. Das lass’ ich absolut nicht gelten.
Was muss ein Mensch in seiner Kindheit erlebt haben, welche Vorbilder muss er gehabt haben, wenn er in seinem Leben meistens zu spät kommt, Dinge permanent “vergisst”, weder absagt oder gar gar nicht erscheint? Ich kann es mir nicht vorstellen und ehrlich gesagt, will ich es mir auch nicht vorstellen.
Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn jemand einen trifftigen Grund für sein Zuspätkommen hat, wie etwa “die Kinder kamen nicht pünktlich aus der Schule”, “ich stand im Stau”, “der Bus ist nicht gefahren” oder, oder, oder. Trotzdem, wir leben in einer Welt mit Mobiltelefonen, sind überall verkabelt und erreichbar, viele haben heutzutage sogar schon 2 Mobiltelefone – eine SMS, ein Anruf oder sogar eine E-Mail kann man immer schnell erledigen und der andere weiß Bescheid.
Ich bin tatsächlich in einer Familie groß geworden, in der Pünktlichkeit und Verlässlichkeit sehr groß geschrieben wurden. Deshalb ist es für mich sehr einfach und gar nichts Besonderes. Ich weiß, dass es Menschen gibt, die es nie gelernt haben, aber irgendwann ist man dann doch erwachsen und dann gilt es auch nicht mehr, sich auf seine Erziehung oder sein Elternhaus zu berufen. Jeder hat (auch) das selbst in der Hand und es bedeutet nur ein ganz klein wenig Zeitmanagement.
In meinem Job ist die Zeit ein großer Faktor. Manchmal sind die Termine eng getaktet und zeitlich durchkalkuliert. Dann machen 5 Minuten schon etwas aus. Ich bin immer eher zu früh als zu spät, weil ich es hasse, mich zu hetzen. Anfangs habe ich mich geärgert, wenn Kunden immer und immer wieder zu spät kamen. Mal 5, mal 10, mal 15 Minuten. Nicht nur, dass ich warten einfach nicht leiden kann, der ganze vorbereitete Trainingsplan ist nicht mehr einzuhalten. Denn, die “verlorene” Zeit wird nicht hinten angehängt, sondern sie entfällt. Ich könnte sonst meinen Zeitplan nie einhalten. Wenn es heute passiert, dass Kunden zu spät kommen, entspanne ich mich. Es macht keinen Sinn, sich darüber aufzuregen. Zeitverschwendung *lach* und vor allem *Energieverschwendung*.
Dennoch – und das muss ich mit starkem Nachdruck sagen – für mich ist es respektlos, wenn sich jemand nicht an verabredete Zeiten hält. Denn, die Person, die zu spät kommt, hat wahrscheinlich keinen Moment darüber nachgedacht, dass sie dem anderen damit kein gutes Gefühl gibt. Der ‘Zuspätkommer’ geht sehr respektlos mit der Zeit des anderen um und das ist nicht korrekt.
Ich kenne Menschen, die aus Prinzip zu spät kommen. Sie wollen eine Auftritt, wollen nicht der oder die Erste sein und es juckt sie kein bisschen, ob sie evtl. mit ihrem Zuspätkommen stören könnten. ‘I don’t like’ – wie man in der Facebook-Sprache so schön sagt.
Wenn alle – insbesondere im Job – immer pünktlich wären … gar nicht auszumalen wie viel Zeit wir sparen würden …
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