Tanja's Universe

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Ja ja, die Sache mit der wahrhaftigen Liebe …

Posted by | Tanja | Posted on | Juli 23, 2012 | Keine Kommentare

Ich hatte letzte Woche eine sehr interessante Begegnung, die mich nicht mehr los lässt. Ich traf einen Menschen und er erzählte so bereitwillig und enthusiastisch über seine Einstellung zum Leben, seine Meinung und seine Ideen, dass ich sehr gerne zugehört habe. Ich denke nicht fortwährend daran, aber seine Worte holen mich immer wieder im absolut Positiven ein.

Es ging während des Gesprächs um das Leben, um Menschen und ihre Bedürfnisse bzw. Ängste und tiefsitzende Wunden, aber auch um Training, Fitness, Stärke und um Liebe.

Ich habe selbst schon oft über die Liebe geschrieben. Ich habe eine Meinung dazu und ich weiß auch, wie sich Liebe für mich anfühlt.

Er – der Mann, der viel zu erzählen hatte – sagte viel und auch mit vielen Worten, aber beim Thema Liebe sagte er einen kurzen Satz, den ich nicht so stehen lassen konnte, weil er wahrscheinlich für jeden etwas anderes bedeutet. Er sagte: “Liebe stellt keine Forderungen und bedeutet keine Erwartungen an den anderen.”

Ein großer Satz, oder?!?

Ich gebe ihm absolut Recht, dass die meisten Beziehungen tatsächlich aneinander “ziehen”, dass Gefühle an Bedingungen geknüpft werden und somit den anderen einengen können. Aber was meint es genau? Heißt es, dass jeder genau das tut wonach ihm ist und der andere alles akzeptiert? Heißt es, dass ich meinen Instinkten und Trieben folge, wann immer ich will und der andere genauso? Ist es eine Form der offenen Liebe?

Ein schwieriges Thema und ich finde heute bestimmt keine Antwort darauf. Was ich allerdings dazu sagen kann, ist, dass ich mich in einer Beziehung wohlfühlen möchte, dass es Dinge gibt, über die ich nicht nachdenken will, weil sie einfach für mich so richtig sind wie sie sind. Ich habe mich am gleichen Abend auch noch mit Freunden über das Thema unterhalten und dabei entfachte schon fast eine hitzige Diskussion. Ich denke aber deshalb, weil man sich selbst diese Art der Partnerschaft vorstellt und es in der eigenen Vorstellung sofort um die sexuellen Triebe geht. Aber darum geht es doch gar nicht vordergründig und ich glaube auch nicht, dass der Mann, der das Zitat sagte, meinte, dass wir alle in freier Liebe leben sollten, um die Welt und die Partnerschaften besser zu machen.

Ich glaube, es geht darum, den anderen genauso zu lassen wie er ist und ihm sein Leben zu lassen, seinen Freigeist, seine Ideen und sein Sein. Wenn es passt, wenn sich zwei Menschen finden, die fühlen, dass sie zusammenpassen, dann ist es selbstverständlich, dass sie auch beim Thema sexuelle Freiheit oder Treue zusammenpassen. Wenn nicht, dann passt es auch nicht.

Für mich ist die Vorstellung fantastisch, mit einem Menschen zusammen zu sein, der mich mein Leben leben lässt. Das heißt ja nicht, dass es keine Gemeinsamkeiten gibt. Es heißt “nur”, dass der andere – der mich in meinem aktuellen Leben kennen gelernt hat – genau das an mir schätzt und mich weitermachen lässt.

Ich weiß sehr genau aus eigener Erfahrung wie es ist, wenn jemand ständig darauf wartet, dass ich ihn glücklich mache, dass er sein Wohl von meinen Handlungen abhängig macht und das fühlt sich nicht gut an, denn ich spüre eine große Verantwortung und Last auf mir und ich kann die Erwartung niemals erfüllen, weil sich jeder nur selbst glücklich machen kann.

Vielleicht sind wir Menschen gar nicht zur ewigen Partnerschaft gemacht. Ich weiß es nicht. Dennoch weiß ich, dass es den meisten Menschen besser geht, wenn sie mit einem oder auch mehr Menschen persönliche Dinge teilen können, wenn jemand da ist, dem man sein Herz ausschütten, aber dem man genauso an seiner Freude teilhaben lassen kann.

Wer weiß, vielleicht habe ich die Gelegenheit, das Gespräch zu einem anderen Zeitpunkt zu vertiefen. Ein Leben ohne Forderungen und Erwartungen hört sich erst einmal sehr angenehm und entspannt an. Ein Leben, das durch einen selbst voll und ganz erfüllt ist und das durch einen oder mehrere andere Menschen noch ein Sahnehäubchen aufgesetzt bekommt. Nicht mehr und nicht weniger.

Eines weiß ich jedoch sehr genau. Mein Wert und mein Sein wird nur durch mich selbst definiert und wenn ich eine gesunde Einstellung zu mir und meinem Leben habe, kann kein Außenstehender meine Welt zum Einstürzen bringen. Das ist der erste Schritt und eine große Aufgabe. Eine schöne, wie ich finde, denn es geht um MICH.

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