Tanja's Universe

Only Movement leads to Movement

Reden kann Gold Wert sein.

Posted by | Tanja | Posted on | August 30, 2012 | Keine Kommentare

Ja stimmt, das Sprichwort heißt eigentlich “Reden ist silber, schweigen ist gold” aber es gibt Ausnahmen und die sind gar nicht so selten.

Sehr viele Angelegenheiten werden durch das Schweigen riesengroß. Eigentlich handelt es sich um eine Kleinigkeit, ein Mißverständnis, sehr oft sogar um falsche Wahrnehmung, aber dadurch, dass es nicht aus- bzw. angesprochen wird, entsteht eine immer größere Kluft, die sogar soweit führen kann, dass die Menschen nicht mehr miteinander reden.

Ich selbst hatte kürzlich zwei solcher Fälle in meinem Leben. Die Beziehungen standen sehr unter Spannung und dadurch, dass wir erst einmal nicht darüber gesprochen haben, wurde die Spannung noch größer. Ganz fatal ist es, dass einen die Situation nicht mehr loslässt. Man hängt ihr in Gedanken nach – auch wenn man das nicht will.

Nachdem in beiden Fällen ein klärendes Gespräch geführt wurde, ging es viel besser. Plötzlich war wieder Raum für Liebe da. Es gab keine Anspannung mehr und das Schöne: beide Seiten waren erleichtert. Es war gar nicht so schwer. Einer muss “nur” den Anfang machen und wenn beiden etwas an der Beziehung liegt, wird einer reden und der andere zuhören. Aufmerksam zuhören und erst dann etwas dazu sagen. Wenn es dann – während eines solchen Gesprächs – immer noch um Rechthaben geht, hat es keinen Sinn. Die Person, die den ersten Schritt macht, sollte sich im Vorfeld genau überlegen, wie sie agiert. Ich hatte mir sehr fest vorgenommen, zuzuhören. Mein Herz zu öffnen, das Gesagte des anderen in mich einfließen zu lassen und erst nach einer kurzen Bedenkzeit zu reagieren. Ich habe versucht, meinen egoistischen Wunsch “gehört zu werden, meine Meinung zu sagen” komplett aufzulösen und mich meinem Gegenüber “hinzugeben”. Es hat tatsächlich funktioniert und ich bin sehr dankbar dafür. Denn beide Beziehungen haben mir sehr viel bedeutet und sie tun es nach wie vor.

Ich arbeite ständig daran, die Menschen immer mehr und mehr so zu nehmen wie sie sind. Ich versuche die permanenten Vergleiche, die mein Hirn automatisch tun will, sein zu lassen. Niemand ist wie ich und niemand denkt wie ich. Vielleicht ähnlich, aber eben nicht gleich. Jeder wird von anderen Dingen getrieben bzw. geleitet und da steckt man nicht drin. Meistens kennt man seine eigenen Tiefen ja noch nicht einmal genau. Wie soll man denn dann die von anderen kennen?

“Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist.” – Und das merkt man sehr gut. Ich spüre sehr genau, wenn ich alles getan habe, wenn es für den Zeitpunkt keinen Sinn mehr macht, noch mehr zu tun. Jedes Wort, das ich sage, wird missverstanden, meine Gesten fehlinterpretiert und meine Handlungen irgendwie gedeutet. Dann ist es das Beste, Abstand zu nehmen. Sich gegenseitig Luft und Raum zu geben. Aber dieser letzte Versuch, der genau zu dieser Einsicht führt, ist wichtig, um etwas (für jetzt) abzuschließen.

Es ist immer ein Risiko enthalten, wenn man redet. Wenn man Dinge direkt anspricht. Entweder es klärt sich alles auf und die Spannungen lösen sich in Wohlgefallen auf, oder man bekommt Antworten, die man lieber nicht gehört hätte, die aber wichtig sind, um zu verstehen und um loszulassen.

Ich wiederhole mich gerne. Menschen, redet miteinander! Einfache, klare Worte und Sätze. Immer mit dem Vorsatz, die Lage zu entspannen, das Thema zu klären. Wenn es nur aus dem Grund geschieht, weil man unbedingt will, dass der andere die eigene Meinung akzeptiert, bringt es nichts. Heftige Emotionen bringen nichts und manchmal ist es gut, wenn man nicht sofort antwortet, sondern ein paar Mal tief Luft holt, das Gesagte wirken lässt und dann antwortet.

In diesem Sinn: REDET MEHR MITEINANDER!

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