Der Fokus ist sehr entscheidend!
Posted by | Tanja | Posted on | September 7, 2012 | Keine Kommentare
“Jetzt sieh dir doch mal mein Doppelkinn an.” — “Mein Hintern ist immer noch so groß.” — “Ich kann nur zwei Liegestütz, ich bin so schwach.” — “Mein Rettungsring quillt über die Hose.” “Ich bin nach dem Training immer noch so geschafft.”
Das sind Beispiele aus meinem Leben. Zitate von Kunden, die ich immer und immer wieder höre und das von Personen, die schon enorme Schritte nach vorne gemacht haben. Was tun diese Personen? Sie haben ein Bild, einen Wunsch im Kopf und haben für alles andere Scheuklappen aufgesetzt.
Er sieht leider nicht, dass sein Doppelkinn schon um einiges geschrumpft und sein Bauch- und Hüftumfang um mehrere Zentimeter verringert ist. Sie sieht nicht, dass ihre Beine und ihr Po eine schöne Form bekommen haben und die Hosen viel besser passen. Sie realisiert nicht, dass sie zu Beginn des Trainings Liegestütz an der Wand absolviert hat, weil sogar die Liegestütz auf den Knien nicht geklappt hat. Sie hat vergessen, dass sie sich neue Trainingskleidung gekauft hat und dass der Rettungsring nur noch halb so groß ist. Er hat leider nicht mehr in Erinnerung, welches Level von Training er zu Beginn absolviert hat und dass sich das Tempo und die Intensität mindestens verdoppelt – wenn nicht sogar verdreifacht hat.
Es ist wichtig, ein Ziel vor Augen zu haben. Sehr wichtig sogar. Am besten hängt dieses Ziel geschrieben auf kleinen Zetteln überall, so dass man immer und immer wieder daran erinnert wird. Wichtig ist aber auch, dass es einen Weg dorthin gibt. Es gibt Milestones und Zwischenziele, die erreicht und gewürdigt werden müssen. Mit gewürdigt meine ich, gefeiert, entsprechend in den Vordergrund gestellt, so dass man stolz auf sich ist und sich selbst lobt. Das ist sehr wichtig für die nächsten Schritte und die Zielerreichung. Wenn man sich immer nur auf das große Ziel weit in der Ferne konzentriert, demotiviert man sich selbst.
Viele Menschen neigen auch dazu, sich mit anderen zu vergleichen. Verrückt ist es, wenn meine Kunden dann sagen “du kannst das aber”. Nun, ich finde es nicht normal, dass ich es kann, aber ich trainiere schon länger und auch intensiver. Somit ist es kein Wunder und ich bin auch nicht die Messlatte. Vergleichen ist sehr undankbar. Hör sofort auf damit, das brauchst du nicht. Vergleichen ist ein “Verlierer – Spiel”! Du wirst immer Menschen finden, von denen du glaubst oder die tatsächlich besser sind als du. Das ist auch gar nicht schlimm. Schlimm wird es nur, wenn du dich dadurch in deinen eigenen Fähigkeiten, Fertigkeiten usw. einschränken lässt, aus Angst, immer schlechter zu sein als alle anderen. Das ist nun wirklich kein gutes Ritual. Aber es geht auch anders. Du kannst die, die besser sind als du, auch als Ansporn für dich sehen, besser zu werden.
Da ich mich nicht nur als Fitness Trainer, sondern auch als Coach verstehe, ist es für mich ganz normal, dass ich die negativen Gedankenmuster meiner Kunden gemeinsam mit ihnen aufspüre und wir dann daran arbeiten, dass sich genau diese verändern – positiv werden. Anfangs mache ich darauf aufmerksam, was sie von sich geben, wie sie sich selbst schlecht machen und dadurch runterziehen und mit der Zeit merken sie es selbst, stoppen und drehen das gesagte Wort um. Sie machen aus einem negativen Satz und einem vermeintlichen Misserfolg einen Zwischenerfolg. Das funktioniert wirklich und ich bin immer sehr stolz, wenn wir diesen Punkt erreicht haben.
Wenn man Schwierigkeiten damit hat, sich über die bereits erreichten Zwischenziele zu erfreuen, oder auch einfach über die positiven Dinge in seinem Leben, habe ich hier eine Idee, wie man es schaffen kann – wie man sein eigener Coach werden kann. Erfolgreich!
Gute Coaches sind verzeihend und positiv! Sei dir selbst so einer. Mache eine Liste von all Deinen Fähigkeiten und Stärken. Schreib dir all Deine Erfolge der Vergangenheit auf, notiere dir, was du alles richtig gemacht hast, was du schon erreicht hast. Dann lese dir diese Aufzählung deiner Vollkommenheit täglich mehrmals durch. Arbeite an dir, trainiere Deine Stärken. Werde zu einem positiven Egositen, zuerst kommst du und deine Bedürfnisse, dann die anderen. Übrigens deine Liste ist nie vollständig: schließlich machst du ja fast jeden Tag etwas richtig. Also nicht vergessen, immer wieder auf deine Liste zu setzen. Du wirst sehen: diese Strategie bringt deine Stimmung garantiert in eine positive Richtung und mit der Zeit kannst du dich auf heute und das bereits Erreichte konzentrieren. Das Beste ist immer, nach deinen positiven Seiten und Stärken Ausschau zu halten und dir diese immer wieder vor Augen zu halten: das wird Dein Selbstwert und dein Selbstbewusstsein schlagartig verbessern und es wird dir sofort besser gehen. Fange auf jeden Fall heute damit an, eine Positivliste zu machen, in der du dir all das notierst, was du an positiven Seiten hast, was du gut gemacht hast, was du schon erreicht hast und auch was du verbessern willst. Beginne heute das Buch deiner Erfolge zu schreiben.
Es funktioniert. Ich habe es ausprobiert und ich finde (fast) immer etwas Positives an einer Situation oder einem Ereignis. Manchmal nicht sofort, aber dann mit der Zeit. Jedenfalls konzentriere ich mich sehr gerne auf die Dinge, die ich schon erreicht habe, die mir gelungen sind und dann habe ich auch entsprechendes Selbstbewusstsein für die Dinge, die noch vor mir liegen, die ich mir vorgenommen habe. Ein positiver Kreislauf ist entstanden.
Ob im Sport oder auch in anderen Lebensbereichen: auch wenn du das Gefühl hast, du kommst nicht ans Ziel, so lebst du zumindest ein positives Leben und manches Mal passt das von dir angepeilte Ziel einfach nicht und dein Weg führt dich woanders hin. Wohin? Zum Wohlfühlen. Und das ist meiner Meinung nach das Wichtigste im Leben.
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