Mein Oktoberfest 2012 – Wies’n ahoi!
Posted by | Tanja | Posted on | September 29, 2012 | Keine Kommentare

Verrückt. Verrückt. Verrückt. Das waren meine vierten Wies’n dieses Jahr und ich komme immer wieder zu dem Fazit: “Ausnahmezustand” und “ohne Worte”. Es ist ein Phänomen. Fast ausnahmslos alle Menschen sind außer Rand und Band. Sie trinken als gäbe es morgen kein Bier mehr, essen völlig überteuerte, fettige Händl, tanzen auf Tischen und Bänken, liegen sich in den Armen, schunkeln und singen bei den sich immer wiederholenden Liedern mit. Und sobald das Lied “Ein Prosit der Gemütlichkeit” angestimmt wird, ist es egal, aus welchem Teil der Welt man kommt, die Maßkrüge werde gestemmt und mit einem lauten Klirren gegeneinander gestoßen, um dann zum langen Trinkzug auszuholen. Die Augen werden immer glasiger und die Menschen immer willenloser. Da findet dann plötzlich jeder Deckel einen Topf und die Welt schaut nur noch kariert aus.
Es hat Spaß gemacht. Wir waren im Bräurosl Zelt, hatten sogar einen Platz in einer Box und konnten uns relativ entspannt dem Treiben hingeben. Anfangs dachte ich ganz kurz darüber nach, dass es wohl eine totale Katastrophe wäre, wenn jetzt die Panik ausbrechen würde, denn egal wo man gelaufen oder gestanden ist, es war voll … viel zu voll.
Wir saßen, standen, tanzten an einem sehr schönen Tisch. Das Hauptziel dort war nicht, Druckbetankung und Hüllen fallen lassen, sondern Spaß haben – egal, ob man trinkt oder nicht. Das Bier – und das sage ich als Nicht-Biertrinker – schmeckt wirklich gut und hat auch eine besondere Wirkung. Wahrscheinlich kommt das durch die Kombination “Wiesn-Hitze-Enge-Musik” … keine Ahnung. Jedenfalls hätte ich nicht mehr als eins trinken wollen und das war sogar gestreckt mit Limonade. Das allerdings mussten wir selbst machen, weil es kein Radler zu bestellen gab. Die Bedienungen sagten, dass der Ansturm einfach zu groß sei und sie deshalb froh sind, wenn sie die Tische halbwegs zufriedenstellend mit Bier versorgen können.
Auch wenn ich nicht den Anschein erwecke, so mag ich doch das Trachten-Volk. Alle sehen irgendwie gleich aus. Sicher, die Trachten unterscheiden sich schon, aber im Prinzip sind sie doch alle gleich und das hat schon was. Die Madln in ihren Dirndln, mal mehr, mal weniger großzügig mit ihrem Dekolleté und die Herren der Schöpfung mit den Lederhosen und den strammen Waderln. Es ist schön, lustig, sehr ausgelassen und vor allem unglaublich international. Ja, alle sind irgendwie gleich …
Ich weiß nicht, wie man mehrere Tage hintereinander auf die Wies’n gehen kann – also ich meine in ein Zelt zum Feiern – denn es ist schon anstrengend, aber so ein Besuch hat schon etwas und ich habe mal wieder einen Abend mit besonders vielen sinnlosen, aber dennoch lustigen Gesprächen verbracht und war dann froh, als ich aus diesem einengenden Dirndl rauskam und wieder tief durchatmen konnte.
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