Das Becken – viel zu wichtig, um ihm keine Beachtung zu schenken.
Posted by | Tanja | Posted on | Oktober 13, 2012 | Keine Kommentare

Es ist erstaunlich wie viele Menschen im Hüft- bzw. Beckenbereich eingeschränkt sind und dieser Einschränkung nur wenig bis keine Bedeutung schenken. Während des Trainings wird sehr schnell von folgenden oder ähnlichen Beschwerden oder Einschränkungen gesprochen: “es hat sich schon wieder verhärtet, da geht gar nichts mehr” oder “es knackt, wenn ich das Bein nach außen drehe” oder “im Schneidersitz nach vorne beugen kann ich mich nicht”. Das sind nur einige Beispiele, denn eine stark eingeschränkte Flexibilität der Körper-Rückseite (z. B. nach vorne beugen und mit den Händen den Boden berühren) gehört bedingt ebenfalls zum Becken-Bereich.
Im Beckenbereich läuft alles zusammen. Natürlich der Rücken mit seinen empfindlichen Bandscheiben, aber auch die Beine – gesehen vom Po bis zu den Fersen. Da werden Kniebeugen und Ausfallschritte gemacht als gäbe es kein Morgen, aber was ist eigentlich mit der Beweglichkeit? Sicher, es ist schön, wenn man einen schön geformten Po und definierte Beine hat, aber die Flexibilität hilft uns zudem auch noch im normalen Leben, wenn wir uns mal bücken müssen, um etwas aufzuheben, oder wenn wir uns die Schuhe binden wollen, ohne uns hinzusetzen und das Bein anzuwinkeln.
Ich selbst habe eine Hüftdysplasie, weiß es zum Glück schon sehr lange und kann mich dementsprechend verhalten. Mobilisierungen und Stretching gehört für mich schon immer zum Training dazu, weil ich es schrecklich finde, wenn ich unbeweglich bin – da kann der Körper noch so schön aussehen.
Um das Becken beweglich zu halten, gibt es mehrere Möglichkeiten, die ich wärmstens empfehlen kann:
1. Nach oder während des Warm-ups beim Training sämtliche Muskeln – insbesondere im Beckenbereich – mobilisieren. Es gibt dazu 2-3 sehr effektive Übungen, die eine große Wirkung haben. Durch die Mobilisierung werden viel mehr Muskelfasern aktiviert, als wenn man nach einem schnellen Warm-up auf dem Laufband o. Ä. direkt zum Bein- oder Rückentraining übergebt. Durch die Mobilisierung und damit gute Durchblutung der Muskulatur kann diese viel besser arbeiten und vor allem und ganz wichtig, ganzheitlich arbeiten.
2. Abwechselnde Übungen für den Rücken, die Hüfte und die Beine und vor allem funktionales Training. Wie oben schon erwähnt, sehe ich viele Menschen im Fitness-Studio, die sich auf Kniebeugen und Ausfallschritte konzentrieren. Tolle Übungen -mit oder ohne Gewicht, um den Po und die Beine zu formen. Aber es gibt noch viele andere Übungen, die man von Zeit zu Zeit in sein Training einbringen sollte, um nicht nur den großen Po-Muskel oder die großen Beinmuskeln zu trainieren, sondern auch die kleinen, aber sehr feinen, tief liegenden Muskeln zu erwischen. Viele Menschen vergessen komplett die laterale (seitliche Bewegungen) bzw. transversale (eher drehende Bewegungen) Ebenen. Werden diese Ebenen beim Training integriert, erhält man sich seine Beweglichkeit, bzw. fördert sie in jedem Fall. Abgesehen davon sieht der Körper auch noch besser aus.
3. Ich weiß, dass viele nach einem Training einfach nur platt sind und überhaupt keine Lust mehr auf ein Stretching haben, aber der Körper dankt es auf jeden Fall. Es muss nicht jedes Mal sein und insbesondere, wenn man im Kraftbereich gearbeitet hat und die Muskeln so richtig dolle aufgepumpt sind, kann man das Stretching auf den nächsten Tag verschieben. Es ist aber einfach wichtig, um sich seine Beweglichkeit zu erhalten. Nicht nur, dass sich Muskeln bei einseitigem Training verkürzen können, was dann zu richtigen Schmerzen und Beeinträchtigungen führen kann, Muskeln können auch verkleben, wenn sie nicht geschmeidig gehalten werden und das ist wirklich unschön. Deshalb empfehle ich sehr gerne die Verwendung eines Foam Rollers, der bei regelmäßiger Anwendung die Fasern “sauber” hält.
Also, denkt an alle Seiten eures Körpers und an eure Beweglichkeit. Vielleicht habt ihr jetzt noch keine Probleme, aber hin und wieder kann man ja auch an die Zukunft denken
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