Tanja's Universe

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Tolle Idee: Die Entschuldigung, die du niemals bekommst.

Posted by | Tanja | Posted on | Oktober 18, 2012 | Keine Kommentare

Heute ist ein sehr bewegter Tag. In jeglicher Hinsicht. Und passend dazu erhielt ich eine E-Mail von einem mir unbekannten Absender mit tollem Inhalt (wie ich fand). Normalerweise lösche ich solche E-Mails immer sofort, aber als ich folgendes in der Vorschau las: “Wenn du aus irgendeinem Grund vom Verteiler dieser E-Mails genommen werden willst, klicke hier. Hier kannst du dich sicher abmelden und du wirst nie wieder etwas von mir hören. Ich werde dich vermissen, aber ich verstehe es.” musste ich weiterlesen. Sehr gut gemacht. Mir war der Absender sofort sympathisch und als ich etwas weiter nach unten scrollte, lachten mich zwei nette Augen an.

Der Inhalt der E-Mail: es ging ums Schreiben und nicht einfach nur ums Schreiben, sondern um sich etwas von der Seele schreiben. So hat er es zwar nicht beschrieben, aber ich habe es so für mich interpretiert. Interessanterweise bin ich mit der Methode, die der Absender vorschlug, auch schon einmal bei einem Workshop konfrontiert worden. Damals ging es darum, ungesagte Dinge zu sagen. Gerichtet sowohl an Menschen, mit denen man in Kontakt steht, Menschen die schon von uns gegangen sind und auch Menschen, die wir absichtlich aus den Augen verloren haben. Allerdings sind diese ungesagten Dinge für uns so schwerwiegend, dass wir die andere Person nicht darauf ansprechen wollen, oder wir wissen genau, dass nur Gegenwind kommen, dass der/die andere sich nur angegriffen fühlen wird und wir es deshalb bisher nicht versucht haben, bzw. nicht wieder versucht haben.

In meinem Workshop ging es um Rollenspiele. Das heißt, zwei Menschen bildeten ein Team. Einer davon war passiv und erhielt vom Gegenüber seine Rolle. Diesem (fremden) Menschen, der vor einem saß, sollte man alles sagen, was man so noch nie gesagt hat. Mit aller Vehemenz, mit Ausdruck und wenn es sein muss mit Bosheit. Dazu gehörte aber auch, sich für sein eigenes Verhalten zu entschuldigen, denn “nobody is perfect”. Ich weiß noch, dass mir dieses Rollenspiel sehr gut tat und dass ich tatsächlich eine Be-”Ziehung” damit entspannte. Ja, es hat funktioniert.

Dieses Prinzip funktioniert aber auch anders. Nämlich indem ich mir genau die Entschuldigung schreibe, die ich gerne von einem Menschen bekommen würde. Stell dir vor, du setzt dich an deinen Computer und schreibst dir selbst eine E-Mail im Namen einer anderen Person. Du schreibst genau das in die E-Mail, was du gerne von dieser anderen Person hören möchtest (oder gerne gehört hättest). Nachdem du mit dem Schreiben fertig bist, lässt du den Text erst einmal ruhen und nach einiger Zeit siehst du ihn dir wieder an und korrigierst, sollte das notwendig sein. Wenn du sicher bist und wenn sich der Inhalt für dich gut anfühlt, schickst du dir die E-Mail an deine eigene Adresse. Und dann liest du sie wieder. Wenn es sein muss, mehrere Male. Ich bin sicher, dass das hilft und dass es sich gut anfühlt und dass es eine vorhandene gespannte Situation entspannen kann.

Schreiben hat wirklich die Kraft zu heilen und zu inspirieren und wer weiß, vielleicht kannst du danach vergeben. Das wäre das Allerschönste, denn dann löst du das unsichtbare Band und die andere Person hat keine Macht mehr über dich. Solange du mit unausgesprochenen Dingen mit einer Person verbunden bist, bist du auf einer bestimmten Ebene immer mit ihr verbunden. Und ist es nicht genau das, was du nicht mehr willst?

Ich liebe es zu schreiben, denn machmal wandern meine Finger über die Tastatur und bringen Wörter und Sätze zum Vorschein, über die ich vorher gar nicht so explizit nachgedacht hatte. Außerdem kann man sich Dinge von der Seele schreiben und – ganz wichtig – das geschriebene Wort hat eine andere Wirkung auf uns. Wir schreiben und lesen und damit wird es mehr zur Realität, die man dann aber auch einfacher verabschieden kann – wenn man das will.

Ein guter Typ, dieser Edward und ich bedanke mich bei ihm unbekannterweise. Über diese E-Mail habe ich sogar meinen Strafzettel über 175 Euro vergessen, den ich heute erhielt, weil ich einfach nur doof geparkt hatte und mich die nette Politesse abschleppen lassen wollte. Ich wurde zwar nicht abgeschleppt, aber den bereits bestellten Abschleppwagen musste ich trotzdem zahlen. C’est la vie. Auch mir passieren solche Sachen *grmpf*. Gehört wohl zum Leben dazu und was habe ich daraus gelernt “beim nächsten Mal drehe ich noch eine Runde und vertraue dem Universum und dem Parkplatz, der dann frei ist und mich nur ein Augenzwinkern kostet”.

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