18 KG in 12 Wochen – Mustafa, du bist mein Held des Monats! Glückwunsch!!
Posted by | Tanja | Posted on | Januar 10, 2013 | Keine Kommentare
Ich kann mich noch genau an unsere erste Begegnung im Oktober erinnern. Da kam ein junger, gut aussehender, sehr gut gekleideter Mann durch die Tür und erzählte mir seine Lebensgeschichte. Bewegtes Leben mit gerade mal 22 Jahren. Ich konnte es fast nicht glauben, aber irgendwie hat er es wohl gemeistert. Doch irgendwann auf seinem Weg hatte er sich verloren und mit jedem Satz spürte ich, dass er sich überhaupt nicht mehr wohl in seiner Haut fühlte. Er redete von “damals” als er noch Gewichte stämmte und sich wohl fühlte, aber auch davon, dass das Training sehr einseitig war und dass er das nicht mehr wolle.
Ein Unfall war der Anfang vom Ende. Er musste mit dem Sport pausieren und schon schlichen sich schlechte Gewohnheiten ein. Stress, wenig Bewegung und viel Fast Food hatten dazu geführt, dass er viel zu viel Fett auf den Rippen – insbesondere im Bauchbereich – angesammelt hatte und ich sagte ihm, dass ich seine Figur bisher sehr selten gesehen habe.
Never ever give up! Ich habe fast geweint … aber nur fast.
Posted by | Tanja | Posted on | Januar 7, 2013 | Keine Kommentare
Es gab da einen Satz, der mich gestern Morgen dazu gebracht hat, dass ich tatsächlich zum Training gegangen bin. “Wer feiern kann, der kann auch …” Ich hatte gerade mal 5,5 Stunden geschlafen. Ein sehr lustiger Abend. Leckeres Essen und gute Unterhaltung, aber eben auch sehr lange. Ich lag um 3.00 h im Bett und ich wusste, dass am nächsten Morgen Training auf dem Programm steht. Um kurz vor Neun schälte ich mich aus dem Bett und redete mir ständig zu. Meine Augen schwer und irgendwie nicht vorstellbar, dass ich gleich zum schweißtreibenden Training übergeben könnte. Einfach nicht zuviel darüber nachdenken und machen.
Um 9.30 h stand ich ready for action im Fitness Studio. TRX stand auf dem Programm. Ein Mix bestehend aus 10 Übungen, der mir das Wasser aus allen Poren schießen lassen sollte. Ein Zirkeltraining. 40 Sekunden Training und 20 Sekunden Pause. Das Ganze trainierte ich 3 Sets durch. Der erste Durchgang war mörderisch. Den zweiten habe ich gefilmt. Das tat wirklich weh. Eigentlich hätte ich den dritten Satz filmen müssen, denn ich brüllte mich selbst an “Push it”, “Halte durch”, “Du kannst das”, “Du machst das”, “Gib bloß nicht auf”, “Fight, fight, fight.” Und als der Timer zum letzten Mal “PiepPiep” machte, war ich happy, total geschwitzt und stolz.
Zum Glück war ich alleine und ich hoffe, es hat mich niemand gehört. Wenn doch, auch nicht schlimm
.
Ich habe das Video zusammengeschnitten, aber die Pausen entfernt. Das würde es unnötig in die Länge ziehen. Teilweise sieht es gar nicht so anstrengend aus, aber meistens sind es die Übungen, die am harmlosesten aussehen, die mich fast zum Weinen bringen. Aber nur fast …
Check it out … ich hatte Spaß!
Der Geist ist stärker als der Körper!
Posted by | Tanja | Posted on | Januar 5, 2013 | 2 Kommentare
Januar ist der Monat der Vorsätze. Das war schon immer so und das wird wohl auch immer so bleiben. Viele Menschen nutzen den Anfang des Jahres dazu, etwas in ihrem Leben verändern zu wollen. Ich habe insbesondere am 1. und 2. Januar sehr oft den Satz mit dem weißen Blatt gelesen, das wieder aufs Neue beschrieben werden kann. Ich finde ja, dass das Blatt nicht weiß ist, denn auch wenn das Jahr neu beginnt, so hat man doch sein Leben im Gepäck und damit seine Denkmuster und Verhaltensweisen.
Das, was den meisten Menschen fehlt, um ihre Vorsätze tatsächlich umzusetzen, ist die vorherige Auseinandersetzung mit sich selbst und den Gründen, warum es “so weit” gekommen ist. Erst, wenn man diese Gründe aufgespürt hat, kann man bewusst an die Veränderung herangehen. Ansonsten ist es wie ein Kampf gegen Windmühlen. Zuerst – die ersten Tage und manchmal auch Wochen – ist der Wille stark und man hält sich strikt an seinen Plan, aber dann schleichen sich langsam wieder die Dinge ein, die man schon Jahre lang so macht. Ein normaler Prozess, gar nicht verwerflich und sehr, sehr menschlich. Deshalb auch dieser Artikel.
Es ist niemals zu spät – auch nicht am 5. Januar – sich über die Gründe Gedanken zu machen. Selbst, wenn du mitten in der Umsetzung deiner Vorsätze bist und auch, wenn es im Moment noch funktioniert, so kannst du dir doch die Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, warum du all die Jahre dies oder jenes getan hast. Ich spreche dabei übrigens auch nicht nur über die fehlende Bewegung, das ungesunde Essen oder den Konsum von Genussmitteln. Ich spreche auch über Verhaltensweisen, Gedankenmuster, die dazu führen, dass du dich so oder so verhälst.
Ich bin der festen Überzeugung, dass die meisten Muster in der Kindheit entstanden sind. Unsere Eltern, Erziehungsberechtigten oder Lebensumstände haben uns geprägt. Manche Menschen sind der Meinung, dass man die Vergangenheit ruhen lassen sollte und nach vorne schauen muss, um sich zu verändern. Doch wir haben keinen “Delete”-Button und somit können wir unser Leben nur im Rückblick verstehen, um es in der Gegenwart und der Zukunft zu verändern. “Verstehen kann man das Leben rückwärts, leben muss man es aber vorwärts.” (Søren Kierkegaard)
Beim Auflösen von Mustern und Verhaltensweisen geht es darum, diese ausfindig zu machen und für sich in Frage zu stellen. Das, was früher gut und richtig für uns war, muss es heute nicht mehr sein. Viele Menschen haben zum Beispiel gelernt, dass man seinen Teller immer leer essen muss. Die Begründung der Eltern könnte gewesen sein, dass es so viele hungerleidende Menschen auf der Welt gibt, die sich über das Essen freuen würden oder die Geschichte mit dem guten Wetter. Wo bleibt dabei die Frage nach dem Hunger. Wenn ich satt bin, höre ich auf zu essen – egal wie gut es schmeckt und egal wer oder was Hunger leidet.
Ein anderes gutes Beispiel ist das Verhalten der Eltern als Paar. Wie haben sie sich gegenseitig behandelt? Selbst, wenn der Vater die Mutter geschlagen hat, selbst, wenn einer der Elternteile ständig fremd gegangen ist oder nie zu Hause war – es war unsere Wahrheit und somit hat sich das als Vorbild tief in uns verankert. Die Frage heute ist doch “ist da meine Realität?”
Wenn man sich genau diese Fragen stellt und dann zu der Antwort kommt, dass man es sich selbst anders wünscht, ist es an der Zeit, sich von diesen Altlasten zu befreien. Das geht nicht von heute auf morgen, aber das Aufspüren ist der erste Schritt in eine Zukunft, die meinen Vorstellungen entspricht. Sobald ich meine Muster entdeckt habe, kann ich mir mein Verhalten so definieren, wie ich es mir wünsche. Ich bin der Meister meiner Gedanken und wenn ich mir neue Glaubenssätze immer und immer wieder selbst sage, werde ich sie verinnerlichen und nach einer gewissen Zeit auch umsetzen können.
Ein anderes Beispiel aus meiner Welt, das die Gedanken-Macht verdeutlichen soll. Ich stelle sehr oft bei meinem eigenen Training fest, dass mein Geist darüber entscheidet, ob ich noch einen Satz machen kann oder eben nicht. Wenn ich mir während des Trainings sage, dass ich müde und fertig bin und dass ich auf keinen Fall weitermachen kann, was meint ihr, was dann passiert? Ich höre auf, weil ich auf einmal wirklich schwach werde und mein Körper nicht mehr weiter will. Wenn ich mir aber vorstelle, wie zufrieden ich bin, wenn ich diesen Satz noch ausführe, wenn ich mich selbst strahlend und glücklich sehe, dann fällt es mir gar nicht mehr so schwer, mich durchzubeißen.
Egal, was auch immer im Kopf vor sich geht, es wird größer und größer und wir drehen unseren eigenen Film. Ich bin mir sicher, dass das jeder kennt. Die Geschichte beginnt mir einem klitzekleinen Gedanken und plötzlich entsteht ein Drama. Eines kommt zum anderen und plötzlich befindet man sich in einem Abwärtsstrudel. Man sieht sich selbst Dinge sagen und tun und obwohl man sich in seiner eigenen Rolle gar nicht gefällt, so kann man irgendwann nicht mehr aussteigen. Das Resultat, man verhält sich dann auch so. Genau für solche Situationen braucht man einen Plan B. Der Plan B ist ein Film, der einem selbst gefällt. Ein Drehbuch, das einen so zeigt, wie man sich gerne sehen möchte und dann gilt es, alle Energie daran zu setzen, diesen Film groß und berühmt werden zu lassen.
Nimm dir die Zeit, um dein eigenes Drehbuch zu schreiben. Du bist auch der Regisseur, du bist der Bühnengestalter und der Kostümdesigner und du schreibst auch die Dialoge. Alles dein. Ein Film, der deinen ganz persönlichen Oscar verdient.
Ich wünsche allen Menschen, die sich vorgenommen haben, etwas zu verändern, viel Erfolg. Denkt aber immer daran, dass die Hülle nur ein Faktor ist. Er ist wichtig und trägt ganz sicher zum eigenen Wohlfühlen bei, aber ein perfekter Körper macht dich nicht auf Dauer glücklich. Die Seele muss gesund sein und ganz wichtig ist die Liebe zu dir selbst und deinem Leben. Das ist es, was ein zufriedenes Leben ausmacht, in dem du dich wohl fühlst.
Premiere! Train with the Trainer – Fritz und Tanja und das Zirkeltraining.
Posted by | Tanja | Posted on | Januar 3, 2013 | Keine Kommentare
Nun, der Teufel oder die Teufelin hat den Ruf erhört und somit hieß es heute “Train with the Trainer”. Eine Premiere und ich glaube, Fritz hat das noch gar nicht richtig verstanden, denn es gab Zeiten, in denen hätte er ein solches Zirkeltraining nicht durchgehalten. Nicht im Entferntesten. Heute war ich mir sicher, dass er es schaffen wird und – um es vorwegzunehmen – er hat es geschafft.
Das Training begann mit einem Warm-up, das wie folgt aussah:
3 Durchgänge der unten stehenden Übungen, die immer nacheinander je 20 Sekunden trainiert wurden (insgesamt 4 Minuten):
- Side-to-side Jumps
- 4-Fuß-Turn-arounds
- Burpees
- Standing cross down
Im Anschluss daran starteten wir den Zirkel, der in jeweils 3 Sets à 3 Übungen (insgesamt 9 Übungen) durchgeführt wurde. Pro Satz waren 3 Übungen enthalten, die wir jeweils mit 25 Sekunden Pause und 35 Sekunden Training trainierten. D. h., ein Set dauerte 9 Minuten. Der reine Zirkel dauerte 27 Minuten zzgl. 2-3 Minuten Pause zwischen den Sets.
Die Übungen sind alle zu YouTube verlinkt. Meistens habe ich die benannte oder eine ähnliche Übung gefunden, so dass sich Interessierte auch ein Bild machen können.
Set 1
- 1-2-3 Push-ups
- Side-to-side Squat mit Kurzhanteln (15 kg gesamt)
(Wir haben die Seiten immer mit einem kleinen Jump gewechselt.) - Ellbogen-Plank auf Pezziball
Set 2
- Explosive Kniebeugen
- Spiderman
(Wir haben die Übung ohne die Liegestütz gemacht.) - Abwechselnde einbeinige Hüft-Lifts aus der Schulterbrücke
Set 3
- Abwechselnde einarmige Kettlebell Swings
- Klappmesser
(Wir haben die Beine abwechselnd nach oben gezogen.) - Plank mit abwechselnder Armstreckung
Und weil ich während des Trainings zu oft das Wort “NEIN” gehört habe, gab es eine “Bonus”-Übung. 14 Liegestütz für 14 “Neins”.
Wir haben das Training mit einem intensiven Stretching beendet und auch wenn da jemand neben mir immer mal wieder “Nein” sagte, so hat er doch bis zum Ende durchgehalten. Sehr gute Leistung!
Eat. Pray. Plank.
Posted by | Fritz | Posted on | Januar 1, 2013 | Keine Kommentare
Inzwischen weiß ich, das die Hölle kein Ort ist, der sich einige Stockwerke unter der Erdoberfläche befindet. Die Hölle lässt sich ganz im Gegenteil oftmals vergleichsweise bequem zu Fuss, mit dem eigenen Wagen oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Im folgenden ein kleiner Überblick über die Höllen, die ich kennenlernen durfte. Beginnen wir mit den öffentlichen Parks. Der besondere Reiz dieser Hölle entsteht ganz klar durch das Publikum.
Wen heimliches Mitleid von anderen motiviert, der ist hier genau richtig. Mitleid kann man zum Beispiel von Fitness-Cracks erhalten, die mühelos mal eben 20 Klimmzüge an der Kinderreckstange neben einem vorführen. Ich stehe mehr auf das Mitleid gut aussehender Mütter in Begleitung ihrer kleinen lebenden Anziehpuppen. Das dauert zwar nur Zehntelsekunden, ist aber dafür umso vernichtender. Verlängert werden kann es durch das Tragen von einer oder am besten mehrerer Rolex-Uhren oder einem maßgeschneidertem Armani-Crossfit-Outfit. (Ich schinde immer ein paar Extrazehntel, weil offenbar die extrem durchtrainierte blonde Norditalienierin oder Schwedin neben mir irgendwie was mit mir zu tun hat.) Weil ich Kinder mag, selbst übelst verzogene, freue ich mich über deren unschuldiges Mitleid, wenn sie mir die eine oder andere Übung direkt vor meinen Augen einfach nachmachen. (Außenstehende würden behaupten, richtig vormachen). Eine andere meiner Höllen ist das vereinsamte Fitnessstudio eines angesehenen Frankfurter Fußballclubs. Hier kommt Rocky-Feeling auf. Das liegt zum einen am Geruch von Schweiß und geplatzten Träumen, der einen bei erdnahen Übungen auf dem Gummimattenboden übermannt. Es könnte aber auch an der historischen Sammlung leerer Shampoo- und Duschgel-Plastikflaschen in der spartanischen Dusche liegen. Die einzige und eine reine Männerdusche. Von daher vielleicht auch eher eine Hölle für Frauen. Hölle gibt es für einen deutlich höhere Monatsbeitrag aber auch mit Musik. Gerne mit Speed Metal oder Rap, Hauptsache laut. Damit die Trainer der Fitnessgruppen schön brüllen müssen. Am liebsten auf amerikanisch. Das kommt cooler. Und alles ist irgendwie bunt und kalifornisch. Kettlebells in pink, Medizinbälle in orange, Schlagadern in purple. Ergänzt durch Maschinenparks an Steppern und Laufbändern mit Flatscreen und viel RTl. Bleibt als letzte Hölle das eigene Zuhause. Die ganz private Hölle sozusagen. Wenn die Nachbarn Schreie und wiederholte und dumpfe Bodenerschütterungen gewohnt sind, ein wunderbarer Ort um sich den Wahrheiten des eigenen Körpers zu stellen. Für zusätzliche mentale Qualen können die Waage im Bad oder Unerlaubtes im Kühlschrank sorgen. In jedem Fall ist jede Hölle nur so gut wie die Oberaufseherin. Sie weiß, was wirklich weh tut. Und fordert es ein. 5 Minuten Plank zum Beispiel. Einfach so. Zu unserem Besten, versteht sich. Um Kalorien zu verbrennen und schlechte Angewohnheiten. Meine Oberaufseherin riecht nicht nach Pech und Schwefel und heisst Tanja. Was für einen Teufel an sich ja ein ganz hübscher Name ist.
Frohes Neues Jahr! Happy New Year! Bonne année! Buon Anno! ¡Feliz Año Nuevo!
Posted by | Tanja | Posted on | Januar 1, 2013 | Keine Kommentare
2012 – WOW, was für ein Jahr – mein Rückblick.
Posted by | Tanja | Posted on | Dezember 31, 2012 | Keine Kommentare
Wie gut, dass ich meinen Kalender habe, denn da fällt so ein Rückblick deutlich leichter. Als ich ihn mir ansah und den einen oder anderen Termineintrag betrachtete, hatte ich schöne und auch weniger schöne Momente vor Augen. Alles in allem – und ich starte gleich mal mit einem Resümee – war das ein sehr erfolgreiches, ereignisreiches, spannendes, schönes, bewegtes und auch liebevolles Jahr.
Den ersten Tag des Jahres verbrachte ich in Hamburg bei lieben Menschen. Leicht verkatert und übermüdet, aber dennoch glücklich und zufrieden. Warum auch immer, ich bin beim Jahreswechsel gerne in einer anderen Stadt und somit hatte ich alles richtig gemacht. Der Januar ging so weiter, wie der Dezember aufgehört hatte. Ich bin bisher nicht so der Typ für Vorsätze, weil ich nicht an diesen einen Tag glaube. Wenn ich etwas ändern möchte, dann kann ich an jedem Tag damit anfangen.
Das erste große Ereignis war wohl der NewYou Award der Fitness First, an dem ich teilnehmen durfte. Ich hatte zum ersten Mal in meinem Leben echte High Heels an und war stolz auf mich, dass ich die ganze Nacht in diesen Schuhen verbringen konnte. Nein, noch viel mehr, ich habe sogar viel gestanden und getanzt und der Abend fing schon gegen 18.00 h an und hörte gegen 4.00 h morgens auf. Ja, daran kann ich mich noch gut erinnern. War wohl doch ein einprägsames Erlebnis.
Im Job ging es weiter. Einige Kunden verabschiedeten sich still und heimlich, anderen wollten JETZT endlich Gas geben und somit veränderte sich mein Klientel auf natürliche Weise. Die weniger stark motivierten hörten auf, die stärker motivierten fingen an und ich genoss es – wie immer – hoch motivierte Menschen zu coachen.
Anfang Februar durfte ich wieder in den Schnee. Endlich wieder auf ein Brett. Ja, Bretter sind meine Leidenschaft, und ob ich damit durch’s Wasser oder den Schnee gleite, ich liebe es. Es ging nach Sölden. Ein schönes Skigebiet, doch leider mit ein paar Schwierigkeiten, die in der Konstellation der Reisenden auftraten. Egal, ich habe es trotzdem genossen, die Pisten runter zu fahren und das Panorama in mich aufzusaugen. Ich kann es nur jedem empfehlen. Ob Skifahrer, Snowboarder, Wanderer oder Faulenzer. Fahre auf einen Gipfel, setze dich hin und genieße den Ausblick. Diese Schönheit der Natur kann einem soviel geben … mir gibt es jedenfalls immer sehr viel und diese wenigen Tage bedeuten mir sehr viel.
Tja, und dann im März meldete sich mein Körper zu Wort. Ich hatte es wohl übertrieben und quälte mich tatsächlich mit einem Rückenleiden. Glücklicherweise ergab das MRT, dass ich zwar ein paar angekratzte Bandscheiben habe, aber das nicht weiter schlimm ist, wenn ich das notwendige Training mache und das verursachende weglasse. Anfangs konnte ich mir gar nicht vorstellen, mich von gewissen Dingen zu verabschieden, aber was tut man nicht alles für ein schmerzfreies Leben.
Im April besuchte uns mein Vater in Deutschland. Ich hatte ihn zwar 2011 in Oregon besucht, er war aber seit fast vier Jahren nicht mehr in Deutschland. Es war sehr interessant festzustellen, wie fremd doch alles für ihn geworden war und lustigerweise – und das kann man sich gar nicht vorstellen – hatte er manchmal Schwierigkeiten, deutsche Wörter zu finden. Ich hielt das bis zu diesem Tag für unmöglich. Wie kann das sein, dass man seine Muttersprache vergisst? Tja, kann wohl doch sein, wenn man sie überhaupt nicht mehr spricht.
Dann kam meine Zeit der Zweifel. Ich stellte meinen Job ein wenig in Frage und wollte wissen, ob ich immer noch den richtigen Kurs fahre. Es war mir ein tiefes Bedürfnis herauszufinden, ob ich noch für meinen alten Job brennen könnte, denn in meiner Vorstellung hatte er auf einmal wieder eine große Bedeutung. Anfangs war es sehr befremdlich, aber ich weiß heute, dass es das Verlangen nach Kopfarbeit war. Das tiefe Bedürfnis, mehr mit dem Kopf als mit dem Körper zu arbeiten. Ich trat mit einigen alten und neuen Kontakten in Verbindung, führte Gespräche und kam zu der absolut klaren Entscheidung, dass ich nicht zurück will. Ich wusste durch meine Schritte nach vorne, dass ich als Coach meine Berufung gefunden habe und dass es mir eine tiefe Befriedigung gibt, Menschen zu helfen. Das Fehlen der Kopfarbeit kompensiere ich mittlerweile auf andere Weise und das gelingt mir sehr gut.
Im Mai war ich dann endlich – und zum ersten Mal richtig – in der Toskana. Manoman, was habe ich mich in dieses Stückchen Erde verliebt. Ich bin nicht so der Typ für die großen Städte, aber die Landschaft und die kleinen Orte hatten es mir wirklich angetan. Teilweise ließ ich meinen Blick schweifen und hatte Tränen in den Augen ob der Schönheit der Natur. Es war auch eine Premiere, denn ich war mit meiner Mutter unterwegs, die zuvor noch nie einen solchen Urlaub erlebt hatte. Eine spannende Woche. Sehr aufregend und schön.
Neue Kunden kamen dazu. Alte verabschiedeten sich. Ein ewiger Kreislauf. Aber – und das ist das Wunderbare – es gibt die Kunden, die ich schon sehr lange begleite oder die immer wieder zurückkommen und das sind die, mit denen ich echte Fortschritte erzielen kann. Fortschritte die ihnen und mir einen Glanz in den Augen verschafften und die mich immer wieder bestätigten, dass ich das Richtige tue. Genau das ist es, was meinen Job ausmacht. Menschen, die sich in ihrer Haut immer mehr wohl fühlen, die ihren Körper als Tempel betrachten, ihn gut behandeln und mir immer und immer wieder davon berichten, wie gut es ihnen geht.
Der Sommer kam und blieb. Ich verlegte viele Trainerstunden in den Park und war so glücklich, dass ich einen Job habe, den ich auch in der freien Natur ausüben kann. Dann der August – mein Monat – und nun wurde es Ernst. Ich wurde 40 und hatte überhaupt keine Angst davor. Es war komisch, wenn ich darüber nachdachte, oder wenn mir Leute erzählten, dass sich alles ändert, aber ich fühlte mich nicht anders. Im Gegenteil, ich fühlte mich gut und war glücklich darüber, dass es mir so gut geht – sogar mit 40
. Meine Party war toll. Ich hatte sehr viel Spaß mit vielen Menschen, die ich liebe und sehr gerne um mich habe. Ich begrüßte diesen neuen Lebensabschnitt mit Pauken und Trompeten und schwor mir, ich zu bleiben und meiner Philosophie auch weiterhin zu folgen.
Dann kam mein Monat der Auszeit. Eine geplante Zeit des Nichtstun. Ich wollte weder arbeiten noch selbst trainieren. Die totale Ruhe – für meinen Körper und meinen Geist. Anfangs war es eher schwierig, denn ich bin ein aktiver Mensch, der es liebt, sich auszupowern, aber mit der Zeit gewöhnte ich mich daran. Ein Monat ist dazu Zeit genug. Ich habe die Zeit sehr gut genutzt, um all die Dinge zu tun, zu denen ich sonst nur selten komme. Ich habe unendlich viel gelesen, liebe Menschen besucht und aufgeräumt. In allen Bereichen. Das tat gut. Ich war aber auch froh, als ich wieder mit dem Training startete und Ende September hatte ich das tiefe, befriedigende Gefühl, dass meine Akkus wieder aufgeladen sind und ich bereit bin, wieder durchzustarten.
Im Oktober ging es endlich wieder los und ich war positiv überrascht, dass sich die meisten meiner Kunden mit Hilfe meiner vorher erstellten Pläne fit gehalten hatten. Bei vielen konnten wir dort anknüpfen, wo wir Ende August aufgehört hatten und das machte mich stolz. Der Oktober verlief “wild”. Ich hatte einiges zu tun und war auch sehr dankbar dafür. Alles nahm seinen Lauf und ich freute mich jeden Tag aufs Neue über viele liebe Menschen, mit denen ich zu tun haben darf.
Im November wurde meine Reiselust wieder wach. Ich wollte unbedingt in die Sonne. Ich wollte das Meer sehen, wenig Kleidung tragen und das tun, was ich sehr gerne tue. Nämlich aufs Wakeboard steigen. Deshalb entschlossen wir uns – eine Freundin und ich – sehr spontan, eine zehntägige Reise nach Mexiko in den Club Med zu buchen. Eine sehr gute Entscheidung. Ein Urlaub, der mir alles und viel mehr davon gegeben hat, was ich mir in meinen Träumen ausgemalt hatte. Die totale Erfüllung und ich kam mit einem Koffer voller schönster Erinnerungen Mitte Dezember zurück.
Weihnachten liegt gerade hinter mir und auch das war sehr schön in diesem Jahr. Ich freue mich sehr auf das neue Jahr mit allem was da kommen mag und ich bin sehr gespannt, welche Überraschungen wohl auf mich warten werden. Wie immer im Leben – haben sich auch dieses Jahr Menschen aus meinem Leben verabschiedet. Manche mit Ansage, andere still und heimlich und ohne ersichtlichen Grund. Dennoch weiß ich, dass es wohl einen Grund gegeben hat und wenn es so sein soll, werde ich diesen auch erfahren. Ich habe gelernt, dass das Leben so ist. Es besteht aus Begrüßung, Abschied und Wiederfinden und es kommt wie es kommen soll.
Wenn ich nun – so kurz vorm Jahreswechsel – resümiere, dann kann ich sagen, dass ich alles in meiner Macht stehende getan habe, um es für mich richtig zu machen. Bei manchen Dingen habe ich nichts unversucht gelassen, andere habe ich sofort losgelassen und wieder andere waren einfach da. Ich weiß aber sehr genau, was mich glücklich und zufrieden macht und ich liebe es, wenn ich mit authentischen Menschen zusammen bin. Menschen, die ihre Wahrheit leben und denen ich deshalb vertrauen kann – ohne wenn und aber.
Ich wünsche mir, dass es so weitergeht und ich glaube daran, dass sich alles in die Richtung entwickelt, die gut für mich ist. Stillstand ist nicht meins. Das habe ich begriffen. Aber es muss sich auch nicht zwanghaft etwas ändern. Das Älterwerden hat auch seine guten Seiten. Ich werde ruhiger und vertraue mehr ins Leben und darauf, dass alles richtig ist – egal wie es im ersten Moment auch aussehen mag.
Eine Sache möchte ich jedoch loswerden. Ein Aufruf an alle, die es geschafft haben, bis hierher zu lesen. Versucht liebevoll miteinander umzugehen. Verurteilt nicht vorschnell, ohne die Hintergründe zu kennen, gebt hin und wieder eine zweite Chance und versucht das Beste in allem zu sehen. Wenn wir alle zusammen unsere Energie auf die guten Dinge im Leben konzentrieren, dann werden sie auch gut sein und bleiben.
In diesem Sinn – ich wünsche euch einen tollen Jahresausklang – ganz egal was ihr auch tun werdet und begrüßt das neue Jahr mit einem freudigen Hallo. Selbst, wenn Vorsätze schnell wieder gebrochen werden, so sind sie doch der erste Schritt in eine vielleicht bessere – oder zumindest andere – Zukunft. Glaubt und vertraut und wagt etwas, denn die Welt gehört den Mutigen und denen, die sich nicht ihrem Schicksal ergeben, sondern denen, die ihr Leben in die Hand nehmen. Viel Spaß dabei!
Das universelle Gesetz der Anziehung.
Posted by | Tanja | Posted on | Dezember 28, 2012 | Keine Kommentare
Ich habe den folgenden Text kürzlich bei einem meiner Facebook-Freunde gelesen und fand ihn so gut, dass ich ihm einen Artikel widmen möchte. Der Text trifft meine Überzeugung zu 100 Prozent. Ich glaube daran, dass und wie das Gesetz der Anziehung funktioniert und bin der Meinung, dass ich seine Wirkung schon einige Male in meinem Leben sehr deutlich nachvollziehen konnte. Andreas Köchy, der Autor, ist ein Coach aus Magdeburg, sehr positiv und immer mit guten Beiträgen.
Das universelle Gesetz der Anziehung (Law of Attraction) besagt: Wir ziehen genau das an, dem wir unsere Aufmerksamkeit schenken – ob wir es wollen oder ob wir es nicht wollen.
Die meiste Zeit ziehen wir Dinge an, ohne dass wir wirklich darauf achten oder eine bewusste Wahl treffen. Wir gehen ganz einfach durch die Welt, fokussieren uns auf Probleme, die gelöst werden müssen, oder auf Dinge, die sich nicht gut anfühlen oder einfach nicht richtig erscheinen. Indem wir das tun, kreieren wir im Grunde nur noch mehr Probleme, mehr von dem, das sich nicht gut anfühlt, und mehr von dem, das einfach nicht richtig erscheint.
Stell dich dir selbst als riesigen Magneten vor, von der Sorte, die Metall auch aus weiter Entfernung anzieht. Ein Magnet versucht nicht bewusst, Metall anzuziehen. Er tut es einfach. Und das gleiche Prinzip gilt auch für uns Menschen. Ob wir nun bewusst versuchen, etwas anzuziehen, oder eben auch nicht, wir tun es die ganze Zeit. Außer vielleicht wenn wir schlafen. Dabei ziehen wir die Dinge an, die ähnlich sind zu den Inhalten unseres Denkens. Wenn wir über einen Mangel nachdenken, ziehen wir mehr Mangel an. Wenn wir an etwas denken, das wir lieben, ziehen wir mehr von dem an, das wir lieben und wertschätzen. Es klingt erstaunlich einfach und das ist es auch.
Wir Menschen sind Magnete und können gar nicht anders. Wir können diese naturgegebene Fähigkeit nutzen, um mehr von den Dingen anzuziehen, die wir uns in unserem Leben wünschen, schlicht indem wir einen Teil unserer Aufmerksamkeit darauf verwenden, wo und wie wir unsere Gedanken und Wünsche gestalten.
Ein alter Sinnspruch besagt: “Wie ein Mensch in seinem Herzen denkt, so ist er.” Es ist interessant, dass der Erschaffer dieses Spruchs sagte: „in seinem Herzen denkt“, denn die meiste Zeit sind wir doch der Überzeugung, dass wir mit unserem Verstand denken. Aber so abgedroschen es klingen mag, unser Denken, unsere Überzeugungen, das so genannte „Schwingen“ kommt aus dem Herzen.
Wir ziehen Dinge mit unserem Herzen an. Wir nennen es „Herzblut“, wenn wir uns so richtig in etwas verlieren und all unsere Aufmerksamkeit und Energie dafür geben. Stell dir dein Herz wieder als einen starken Magneten vor. Das Herz ist die Quelle aller Schwingungen und Signal, die irgendetwas anziehen, was auch immer es ist.
Denk an ein Radio. Es empfängt viele verschiedene Sender. Um einen bestimmten Sender zu empfangen, wählst du eine bestimmte Frequenz. Und so ist es auch im Leben. Sobald du deine Aufmerksamkeit auf etwas lenkst (die Frequenz wählst), beginnt diese Etwas seine Reise zu dir.
Um dich und dein Leben von etwas zu befreien, stell ganz einfach eine andere Frequenz oder Schwingung ein, auf etwas, das du haben möchtest.
Die Kunst der bewussten Anziehung besteht aus drei Teile:
1. Sich sehr klar darüber sein, was man möchte.
2. Die eigene Schwingung so zu justieren, dass es zu dem passt, das man möchte.
3. Zu erlauben, dass das, was man möchte, zu einem kommen darf.
Wir haben die Möglichkeit, uns ein klares, präzises Bild darüber zu verschaffen, was wir wollen, und zwar durch die vielen „Kontraste“, die das Leben uns bietet. Es heißt, man könne nur glücklich sein, wenn man das Unglück kenne. Auch wenn das nicht immer der Fall ist, verdeutlicht es doch das Prinzip der Kontraste im Leben. Der Schlüssel für das erfolgreiche Ausnutzen der Kontraste im Leben liegt darin, sie sehr genau zu beobachten und dann zu entscheiden, was du möchtest. Das bedarf etwas Übung und natürlich Zeit und das Ablegen der Gewohnheit, sich auf Dinge zu fokussieren, die man nicht mag.
Es ist erstaunlich einfach. Denk an die Dinge, die du magst, die du liebst, die du begehrst. Denk nicht ständig über Probleme nach und Dinge, die dir Sorgen bereiten. Zieh die Dinge in dein Leben, die du in deinem Leben haben möchtest, indem du ihnen deine Zeit, Aufmerksamkeit und deine Gedanken widmest und ihnen erlaubst, in dein Leben zu treten!!!
Mehr über Andreas Köchy findet ihr hier LINK.
Dieses Training hatte es in sich! “Train with the Trainer”
Posted by | Tanja | Posted on | Dezember 27, 2012 | Keine Kommentare
Der Tag nach Weihnachten. 9.00 h im Fitness Studio. Ich hatte meiner Kundin versprochen, dass wir zum Abschluss meiner Trainer-Zeit in der Fitness First in Frankfurt, Eckenheim noch einmal dort trainieren. Nicht irgendein Training, sondern im CrossFit-Style. Da hatten wir uns etwas vorgenommen. Ich war heute Morgen wieder früh unterwegs und hatte auch schon einen Termin hinter mir, als ich auf meine Kundin traf. Sie sah so aus wie ich mich fühlte. Müde. Das sollte uns nicht abhalten und los ging’s. Wir hatten die Freestyle-Fläche fast für uns alleine, drehten die Musik richtig auf und machten ein kurzes Warm-up, um sicherzustellen, dass unsere müden Gelenke richtig durchblutet sind.
Unser WOD (Workout of the Day):
50 Box-Jumps
500 Meter Rudern
100 Thrusters (allerdings mit Kurzhanteln)
50 Liegestütz
100 Kettlebell swing
100 Full Sit ups
100 Deadlifts
5 Minuten Plank
Wir haben beide rund 40 Minuten gebraucht. Ich bin mir sicher, dass wir es noch schneller geschafft hätten, aber irgendwann ließ die Kraft in meinen Unterarmen nach. Ja, tatsächlich, immer die Unterarme.
Es hat Spaß gemacht, ich habe geschwitzt ohne Ende und mein Körper fühlte sich nach der Dusche und einer kurzen Pause sehr gut an.
Ich kann nur jedem empfehlen, immer mal wieder über die eigenen Grenzen hinauszugehen. Raus aus der Komfortzone! Nur so kann man maßgeblich etwas verändern und sich selbst neu definieren. Ein passendes Zitat dazu: “The moment you are ready to quit, is usually the moment right before the miracle happens. Go on fighting!”
Tags: Coaching > Freude > Gesundheit > Spaß > Sport > Wohlfühlen > Workouts
Eine traurige (aber leider wahre) Weihnachtsgeschichte …
Posted by | Tanja | Posted on | Dezember 25, 2012 | Keine Kommentare
… die auch nicht nur zur Weihnachtszeit aktuell ist, sondern schon seit längerer Zeit. Wenn ich mich richtig erinnere, bemerkte ich seltsame Geräusche aus der Wohnung meiner Nachbarin direkt unter mir schon seit mehreren Wochen. Anfangs drangen im Besonderen abends ekelhafte Hustengeräusche aus ihrer Wohnung. So laut, anhaltend und intensiv, dass ich es sehr deutlich in meiner Wohnung hören konnte. Zuerst dachte ich, ich müsse helfen, weil es sich wirklich so anhörte, als würde jemand in den letzten Zügen liegen und dann – ich glaube es war im September – sah ich sie zum ersten Mal bei Tageslicht auf der Straße stehen. Sie wartete auf ein Taxi, das sie offensichtlich zum Bahnhof oder Flughafen bringen sollte. Sie wirkte sehr aufgewühlt und rauchte eine Zigarette nach der anderen. Mit einem verbitterten, bösartigen Gesichtsausdruck, aber chic zurecht gemacht. Jetzt hatte ich eine Erklärung für den schlimmen Husten und auch für den sehr starken Geruch nach kalten Zigaretten im Hausflur.
Sie war weg. Es war ruhig. Endlich. Keine fiesen Geräusche beim Einschlafen und Aufwachen. Einfach nur ruhig. Ganze zwei Wochen lang.
Dann war sie wieder da. Der Husten ging weiter und dazu gesellte sich lautes Schimpfen und Schreien aus ihrer Wohnung. Zwischenzeitlich hatte ich die Befürchtung, es würden sich zwei Personen sehr heftig streiten, bis ich feststellte, dass niemals eine Antwort folgte. Ich hörte immer nur eine Stimme. Eine keifende, schreiende, brutale, total enttäuschte, verbitterte und bösartige Stimme, die lauthals über alles mögliche schimpfte. Ja, ich konnte teilweise verstehen was sie schrie. Deshalb schrieb ich ihr einen Brief. Einen netten Brief, in dem ich ihr mitteilte, dass ich ihre Gespräche verfolgen kann und dass sie sehr laut ist und mich und wahrscheinlich auch andere Nachbarn damit stört. Außerdem bot ich ihr meine Hilfe an. Ich weiß, dass ich nicht wirklich helfen kann, aber zumindest hätte ich durch ein Gespräch evtl. erfahren können, was das Problem ist und ihr Hilfe beschaffen können. Es kam natürlich keine Antwort. Leider verbesserte sich aber auch ihr Lärmpegel nicht. Im Gegenteil. Es wurde schlimmer. Mit jedem Tag.
Vor ca. sechs Wochen nahmen die Attacken ein größeres Ausmaß an. Jetzt schrie sie nicht mehr nur noch in der Wohnung, sondern auch im Treppenhaus. Und das nicht tagsüber, sondern hauptsächlich nach 22.00/23.00 h. Sie knallte mehrere Male mit der Wohnungstür, schlug sie wieder zu und setzte das Brüllen in der Wohnung fort. Dazu kamen noch Geräusche als würde sie Sachen zerschlagen oder umwerfen. Alles in allem ein so hoher Lärmpegel, dass an Schlaf oder Entspannung nicht zu denken war. Eines Abends (gegen 23.30 h) – das war kurz bevor ich in den Urlaub geflogen bin – war das Ausmaß so groß, dass ich zu meinem Nachbarn im Erdgeschoss gegangen bin, um ihn zu fragen, wie er mit dem Lärm umgeht. Er sagte mir, dass er bereits die Polizei verständigt hätte und dass die sich darum kümmern werden. Dennoch gingen wir gemeinsam zu ihrer Wohnungstür und versuchten mit ihr zu sprechen. Ich will hier nicht wiederholen, mit welchen Worten sie uns beschimpfte. Sie machte die Tür nicht auf und schrie, dass wir die Polizei rufen sollen.
Dieses “Spiel” spielen wir jetzt seit drei Wochen. In der Zwischenzeit war die Polizei bestimmt schon sieben bis acht mal bei uns – immer nachts – beruhigte sie und manchmal nahmen sie sie auch über Nacht mit. Aber es wird eben nicht besser, sondern schlimmer.
Letzten Freitag – ich kam erst gegen 23.00 h nach Hause – hörte ich schon im Treppenhaus, dass sie wieder ihren Anfall hat und betete, dass es sich nur um einen kurzen Ausbruch handelt. Dem war nicht so. Es war schlimmer denn je. Nach 30 Minuten rief ich die Polizei an. Ich brauchte fast nicht den Straßennamen zu sagen, weil sie schon wussten, warum ich anrief. Ich fragte, was wir tun können, damit das aufhört. Sie sagten mir, dass wir – außer sie anzurufen – nichts machen können. Und sie wohl auch nicht. Nach 10 Minuten – es war schon nach 0.00 h – kamen sie dann. Ich stand mit den beiden Polizisten vor der Wohnungstür. Sie öffnete erst nicht und fragte nach dem Dienstausweiß. Die Polizisten redeten durch die Tür auf sie ein, bis sie öffnete und das Erste, was sie schrie, war “die Frau da oben macht soviel Lärm, die wirft die Türen zu, schreit und macht laute Musik”. Mit “die Frau da oben” war ich gemeint und deshalb trat ich so in die Tür, dass sie mich sehen konnte und sagte: “Die Frau, das bin ich.” Ich wollte einfach, dass sie weiß, wer die Polizei angerufen hat und ja, vielleicht wollte ich sie etwas provozieren. Sie verdreht die Tatsachen und lebt offensichtlich in einer anderen Welt, von der ich nichts weiß und auch nichts wissen will.
Dann fuchtelte sie mit den Armen und wollte näher auf mich zukommen. Die Polizisten hielten sie davon ab und meinten zu mir, ich solle in meine Wohnung zurückgehen. Ich erwiderte: “Lassen Sie sie doch ausflippen und mich angreifen, dann haben Sie endlich einen Grund, sie länger festzuhalten, oder zumindest einzuweisen.” Die Tür wurde geschlossen und es kehrte Ruhe ein. In dieser Nacht wurden wir nicht mehr gestört.
Mittlerweile kenne ich alle Nachbarn im Haus. Sehr nette übrigens. Wir fragen uns gegenseitig, was wir hören und wie stark wir es mitbekommen und es hat schon jeder einmal die Polizei angerufen. Die Hausbesitzerin und Hausverwaltung ist eingeschaltet und niemand kann etwas tun. Es gibt keinen Sozialdienst, es gibt keine Stelle, niemand, der verantwortlich ist und das Rechtssystem in Deutschland sagt auch in diesem Fall “Solange sie sich nichts zu Schulden kommen lässt, können wir nichts machen.”
Gestern – an Heiligabend – ich war nicht da, muss es so schlimm wie nie gewesen sein. Zwei meiner Nachbarn liefen mir über den Weg als ich von meinen weihnachtlichen Besuchen zurückkam und berichteten mir von alles anderem als einer “stillen Nacht”. Die Polizei war zweimal da und erst beim zweiten Mal haben sie sie mitgenommen. Das Ganze zog sich hin bis 2.00 h morgens und damit konnte niemand schlafen. Sie beschimpfte alle, schrie noch lauter im Treppenhaus und schlug mit der Tür als gäbe es kein Morgen. Sie wurde abgeführt, hatte schon ein Täschchen gepackt und beim Rausgehen hatte sie ein diabolisches Grinsen im Gesicht.
Leider brennt Licht in ihrer Wohnung, was bedeutet, dass sie schon wieder zu Hause ist und wir nur hoffen können, dass sie heute Abend ruhig ist. Meistens macht sie einen “Ruhetag”. Aber was kommt dann? Wir fragen uns alle was passieren muss, damit etwas passiert? Muss das Haus in die Luft fliegen oder abbrennen, muss sie erst handgreiflich werden? Einige der Nachbarn haben mittlerweile Angst, wenn sie später nach Hause kommen, weil diese Frau einfach unberechenbar scheint. Ich fühle mich überhaupt nicht wohl, denn abgesehen von dem Lärm und dass ich nicht schlafen kann, sind das sehr, sehr schlechte Schwingungen, in denen wir uns befinden. Diese Frau braucht Hilfe und es ist niemand da.
Wie kann das sein? Warum gibt es keine geeignete Stelle in Deutschland, oder Hessen, die in einem solchen Fall aktiv wird? Ich bin sicher, dass das nicht der einzige Fall ist. Warum muss erst etwas Schlimmes passieren, damit wirkende Maßnahmen ergriffen werden? Es ist sehr traurig und ich bin mir sicher, dass diese Frau etwas Tragisches erlebt hat, aber das rechtfertigt nicht, dass sie mindestens 20 Personen (darunter auch Kleinkinder und Babys) das Leben zur Hölle macht.
Vielleicht hat ja einer meiner Leser eine Idee. Vielleicht hat ja schon jemand etwas Ähnliches erlebt und weiß, was man am Besten tun kann. Ich bin für jeden Tipp dankbar, denn allabendlich mit der Frage im Kopf “werde ich wohl zu der Zeit schlafen können, wenn ich ins Bett gehe?” zu verbringen, macht auf Dauer keinen Spaß und ist wirklich nervtötend. Da kann ich noch so in meiner Mitte ruhen. Mein Gleichgewicht wird automatisch gestört.
Nichtsdestotrotz freue ich mich auf den zweiten Weihnachtstag und meine Lieben. Zum Glück bin ich nicht zu Hause und bin damit verschont, sollte es wieder los gehen. Aber was ist morgen Abend und die folgenden Nächte? Dann, wenn ich wieder am nächsten Tag arbeite und meinen Schlaf benötige? Wir werden sehen und hoffen und alles in unserer Macht stehende unternehmen, um die Situation zu verändern … Deutschland, deine Gesetze müssen reformiert werden!
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